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Handfunktions- und Aktivitätentraining

Eine Lieblingsbeschäftigung von Ergotherapeuten ist das Besuchen von Fortbildungen.

Wie sinnvoll diese Beschäftigung ist, wird vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Forderung nach Wissenschaftlichkeit in der Therapie klar.

Dieser Trend hat in den letzten jahren zahlreiche Diskussionen über die Wirksamkeit verschiedener Therapiestrategien ausgelöst.

Gemeint ist der Anspruch auf Evidenzbasierung. D.h., über persönliche Erfahrungen hinaus, wird der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit von Therapiemaßnahmen gefordert.

In der Medizin bezeichnet Evidenz den durch systematische Datenerhebung bzw. systematisches Gewinnen von Informationen erbrachten Nachweis des Nutzens einer diagnostischen oder therapeutischen Aktion.

Bedingt durch strukturelle Defizite im Gesundheitswesen (steigende Kosten, ungesicherte Finanzierung) könnte es in Zukunft so aussehen, daß nur noch nachweislich wirksame therapeutische Maßnahmen finanziert werden.

So besteht auch in der neurologischen Reha die dringende Forderung nach evidenzbasierten Therapieverfahren.

Die Ergotherapeutin mit MSc in Neurorehabilitation L. Barucchierie bietet in der Akademie für Fort- und Weiterbildung des Evangelischen Geriatriezentrums Berlin eine Fortbildung zum Thema aktuelle und evidenzbasierte therapeutische Strategien zur Verbesserung der Hand-Arm Funktionen von Schlaganfallpatienten an.

Schwerpunkte der Fortbildung:

Es wurden neue Therapiekonzepte auf der Grundlage von Wirksamkeitsstudien und unter Berücksichtigung von Erkenntnissen zum motorischen Lernen vorgestellt. Beispiele hierfür sind das Motor-Relearnin-Program, Aufgabenorentiertes Handfunktionstraining, sowie die Constraint-Induced Movement Therapie.

Weiterhin wurden verschiedene Messinstrumente/Assessments wie z.B.  Box and Block Test, Wolf Motor Funktion Test, Action Research Arm Test, Motricity Index, erläutert. Diese erfassen die Funktionsfähigkeit vor und nach einer Therapie und dienen somit dem Nachweis und der Dokumentation von Therapieerfolgen.

Fazit:

Um auf dem Laufenden zu bleiben ist es wichtig sich regelmäßig fortzubilden.

Die vorgestellte Fortbildung ist sehr kompakt und informativ. Wenn man sich einen Überblick über den aktuellen Stand der neurologischen Reha im Bereich des Hand- und Armfunktionstrainings verschaffen möchte, ist sie zu empfehlen.

Man erhält Denkanstöße und verliert die Angst vor komplizierten Begrifflichkeiten. Viele neue Impulse in der Ergotherapie kommen immer noch aus dem englischsprachigen Raum. Hinter komplizierten Begriffen verbergen sich häufig einfache, gut nachvollziehbare und umsetzbare Strategien. Außerdem wird einem die Wichtigkeit des Einsatzes von Testverfahren zur Dokumentation des therapeutischen Outcomes wieder ins Gedächtnis gerufen.

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