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Ohne Ergotherapeutinnen geht es nicht

Fortbildung bei Stephanie I. Müller

Wozu noch mit der Hand schreiben, das machen doch Tabletts und Co?

Auf diese und ähnliche Fragen gab Stephanie I. Müller am 15. August im Zuge eines eintägigen Workshops fachkundige Antwort für Mitarbeiterinnen der „Ergotherapiepraxis A. Bohmann“.

Die Leiterin des Mediastep-Institus http://www.mediastep-institut.de/ verdeutlichte, welche hochkomplexe Fähigkeit das Schreiben mit der Hand ist und welchen immensen Einfluss Schreibkompetenz auf den Spracherwerb und die kognitive Leistungsfähigkeit hat. Gleichzeitig zeichnete Frau S. Müller ein alarmierendes Bild von der Schreibkompetenz der Grundschüler. Eine von ihr im Jahre 2013 durchgeführte bundesweite Studie habe ergeben, dass 68,4 % der Grundschüler den Stift nicht richtig halten. Vor kurzem habe sie eine Klasse besucht, in der 100 % der Schüler über eine ungünstige und somit sehr energieraubende Stifthaltung verfügten.

Warum so ein Fortbildung für Ergotherapeutinnen?

Nicht zuletzt aus diesen Gründen machte sich Müller im Laufe des Tages immer wieder für eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Ergotherapie stark. Die Botschaft an die Ergotherapie lautete: „Schule benötigt Ergotherapeuten – ohne sie geht es nicht mehr“. Kinder würden bei Schuleintritt nicht mehr über die nötigen Basiskompetenzen für die Schulfähigkeit verfügen. Beispielsweise könne aufgrund mangelnder Handkraft und -koordination Knete nicht mehr weich geknetet oder Nägel nur aus einer Hüftbewegung heraus eingehämmert werden. Es würden häufig Defizite in den (basalen) Wahrnehmungsbereichen und in der grobmotorischen Entwicklung vorliegen. Da Feinmotorik jedoch auf eine altersgerechte Wahrnehmungsentwicklung und Grobmotorik aufbaue, verwundere das schlechte Abschneiden der Grundschüler in Bezug auf die Schreibkompetenz nicht. 

Für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Schule und Therapie sei eine „gemeinsame Sprache“ und schulbezogenes Grundwissen von essentieller Bedeutung. In diesem Zusammenhang führte Müller den Gebrauch von sieben verschiedenen Schulschriften an, die in Deutschland vermittelt würden. Oftmals läge es an der individuellen Entscheidung der Lehrer oder Schule, welche Schrift unterrichtet würde. Bildet in der Therapie Schreiben einen Inhalt, sei es wichtig zu wissen, welche Schrift das jeweilige Kind lernt. Andernfalls würden Automatisierungsprozesse behindert werden. Dass das Schreibenlernen eine Höchstanstrengung darstellt, veranschaulichte Müller anhand eines praktischen Beispiels. Wir, die 15 Teilnehmer/innen der Fortbildung wurden aufgefordert, zwei Sätze mit der nicht-dominanten Hand zu schreiben. Dies bedeutete für die meisten, die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf das Schreiben zu lenken und wenig Kapazitäten für andere Informationen zu haben. Auch zeigten viele eine verkrampfte Stift- und Sitzhaltung. In diesem Kontext erinnerte Stephanie I. Müller daran, dass Schreiben zu können sehr viel Übung und Wiederholung abverlange. Da sei die „magische 7“ ein wichtiger Anhaltspunkt. Wer sechs Wochen lang etwas intensiv übe und dabei immer die korrekte Ausführung zeige, würde in der siebten Woche langfristig Erfolge verzeichnen können.

Der Praxisteil

Nach dem Theorieteil ging es im letzten Abschnitt der Fortbildung in die „Welt der Farben“. Müller demonstrierte in der Therapie leicht einsetzbare Techniken und erläuterte immer wieder die dazugehörige Zielstellung. Danach waren die Teilnehmer/innen selber dran und erprobten verschiedene Malutensilien und Gestaltungsideen. Mit einer Tasche vieler neuer Materialien und Ideen ging es anschließend nach Hause. Das Fazit von uns Teilnehmern der Praxis, die an der Fortbildung teilnahmen lautete: „Frau Müller hat es durch ihren sehr kompetenten, anschaulichen und wortgewandten Vortrag vermocht, Inhalte aufzufrischen sowie neue Informationen und Impulse zu geben.“                     Was kann man mehr erwarten?

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Stephanie I. Müller und auch Faber Castell https://www.faber-castell.de/ für den gelungenen Workshop!

Katharina Georg

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