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Kommunikation ohne Worte – eine Fortbildung des QVNIA

Eine Tagesfortbildung zum Thema „Kommunikation ohne Worte“

Im Rahmen der Mitgliedschaft unserer Praxis im QVNIA haben alle Mitarbeiter*innen unserer Praxis die Möglichkeit kostenfrei an den Tagesfortbildungen zu verschiedenen fachspezifischen Themen teilzunehmen. Wir freuen uns immer sehr über dieses Angebot und nehmen es jedes Jahr aufs Neue gern an. Gleich drei von uns haben diese Möglichkeit bei einem besonders spannenden Thema genutzt: „Kommunikation ohne Worte“.

Das Interaktionskonzept Kommunikation ohne Worte

Das Interaktionskonzept und Trainingsprogramm Kommunikation ohne Worte (KoW) wurde von Frau Dr. Astrid Steinmetz entwickelt. Dieses Konzept ist dafür konzipiert, mit Menschen eine kommunikative Verbindung herzustellen, denen krankheitsbedingt die verbale Ebene nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht.

Frau Sarah Benz ist die Vertreterin des Interaktionskonzeptes KoW für Berlin. Sie hat unseren Fortbildungstag sehr anschaulich geleitet.

Flyer KoW
Flyer des KoW

Der Fortbildungstag

Am 06.10. referierte die Dozentin Sarah Benz in einer ganztägigen Fortbildung zum Thema Kommunikation ohne Worte (KoW).

Zuerst hat sie uns vermittelt, was denn überhaupt die Kommunikation ohne Worte ist. Dafür haben wir uns alle Ebenen der Kommunikation angesehen und festgestellt, dass der Teil unserer Sprache, der nicht verbal ist, über 90% ausmacht. Hierzu gehört alles was nicht gesprochen wird, also Mimik, Gestik, äußeres Erscheinen, Verhalten, usw.

Weiterhin haben wir geklärt, was die Kommunikation auf nonverbaler Ebene denn nötig machen kann. Hierzu gehören verschiedene krankheitsbedingte Einschränkungen, wie z.B.

  • Hörverlust
  • der Verlust der Sprache durch neurologische Störungen, wie Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma
  • Koma und Wachkoma
  • kognitive Abbauprozesse, wie demenzielle Erkrankungen u.v.m.

Auch bei der palliativen Begleitung von Klient*innen kann eine nonverbale Kommunikationsform oft mehr bewirken als die verbale.

Im Verlauf des Seminars hatten wir die Gelegenheit durch viele praktische Übungen zum Thema Mimik und Gestik unsere Kenntnisse beim Erkennen von Emotionen auf dieser Ebene zu verbessern. Auch Übungen mit Selbsterfahrungen haben uns geholfen das Ausmaß von nonverbaler Kommunikation zu erkennen und zu erfahren. In einer der Übungen konnten wir am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, wenn in einer Gesprächssituation bei Anwesenheit der betroffenen Person über sie gesprochen wird, als wäre sie gar nicht da. Eigentlich klar, dass es einem nicht gefällt. Aber das eigene Erleben macht die Erfahrung weitaus eindrucksvoller und weitreichender.

Insgesamt haben wir zahlreiche hilfreiche Tipps und Handlungsempfehlungen zu Kommunikation ohne Worte bekommen, die uns einen direkten und barrierefreien Umgang mit betroffenen Menschen ermöglichen.

Für wen ist diese Fortbildung interessant?

In unserem Seminar waren verschiedene Berufsgruppen vertreten, neben uns Ergotherapeut*innen auch Logopäd*innen, Pfleger*innen und Betreuungsassistent*innen. Generell ist eine Fortbildung zum Thema KoW aber für alle relevant, die mit entsprechender Klientel arbeiten und Menschen trotz Wortlosigkeit

  • verstehen wollen
  • ihnen begegnen und entgegenkommen wollen
  • sie abholen und aus ihrer Isolation herausholen wollen
  • sie fördern wollen und ihnen eine Teilnahme am Alltag ermöglichen wollen.

Die KoW bietet eine Kommunikation auf gleicher Ebene und ermöglicht so die Therapie auch ohne den Einsatz von Worten effektiv und wirksam durchzuführen.

 

Wir bedanken uns bei Sarah Benz, die diesen Fortbildungstag für uns sehr interessant und ausgesprochen lehrreich gestaltet hat.

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