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Ergotherapie konkret – Fallbeispiel

Eine 86jährige Patientin mit der Diagnose „Zustand nach Schilddrüsenkarzinom und
Querschnittsyndrom beidseitig“ erhält 2x pro Woche Ergotherapie im Hausbesuch.
Mit Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst lebt sie allein in ihrer Wohnung. Sie
gibt an, einen guten Kontakt zu ihren Kindern und Enkelkindern zu haben, erhält jedoch
selten Besuch.
Problemstellung:
Da Unsicherheit und Gleichgewichtsschwierigkeiten im freien Stand und beim Laufen mit
und ohne Rollator bestehen, ist sie auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Kraft in den oberen
und unteren Extremitäten ist vermindert, die Beweglichkeit eingeschränkt. Weiterhin bestehen
Schmerzen, vor allem in der linken oberen Extremität, hier vorwiegend in der Schulter und
beim Bewegen. Beim Laufen am Rollator wirkt sie etwas ängstlich.
Therapie:
Die Patientin äußerte den dringenden Wunsch, weiterhin in der eigenen Wohnung bleiben zu
können. Da die oben genannte Symptomatik die Tendenz aufwies, sich zu verschlechtern, war
ihr Wunsch zu Beginn der Therapie gefährdet. Gemeinsam mit der Patientin formulierte die
Therapeutin folgende Ziele:
– Erhalt und Verbesserung der Selbstständigkeit im häuslichen Umfeld
– Verbesserung der allgemeinen Mobilität und Beweglichkeit in den oberen und unteren
   Extremitäten
– Verbesserung der Kraft in den oberen und unteren Extremitäten
– Verbesserung des Gleichgewichts und der Sicherheit im Stehen und beim Laufen
   (anfangs am Rollator, später ohne Hilfsmittel)
– Schmerzlinderung
Vorgehen:
Zur allgemeinen Aktivierung und Verbesserung der Mobilität wurden einerseits gymnastische
Übungen und andererseits komplexe Bewegungsübungen und -abläufe durchgeführt. Der
Kraftaufbau erfolgte bspw. durch die Nutzung eines Therabands. Es wurden gezielte
Gleichgewichtsübungen, z.B. auf einem Wackelkissen, sowie Lauftraining am Rollator
durchgeführt. Später legte sie kleinere Strecken ohne Rollator, mit Hilfestellung durch die
Therapeutin zurück. Verschiedene Mobilisiations- und Vibrationsmassagetechniken kamen
mit dem Ziel der Schmerzlinderung zur Anwendung.
Fazit:
Infolge der regelmäßigen Therapie erhielt die Patientin mehr Sicherheit beim Stehen. Ihr
Gleichgewicht beim Laufen mit und ohne Rollator verbesserte sich deutlich. Die Schmerzen,
vor allem in der linken oberen Extremität, konnten und können reduziert werden.
Beweglichkeit und Kraft in den Extremitäten konnten in dem Maße aufgebaut werden, dass
sie mit Unterstützung des ambulanten Pflegedienstes weiterhin selbständig im häuslichen
Umfeld leben kann.

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