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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Menschen im Wachkoma

Ein Wachkoma kann dann auftreten, wenn das Gehirn durch einen Unfall geschädigt wurde oder mit Sauerstoff unterversorgt wurde, wie z.B. bei einem Herz-Kreislauf Stillstand. Im Zustand des Wachkomas sind die Betroffenen wach, können aber meist nur wenige Reaktionen auf äußere Reize zeigen. Das erfordert eine intensive therapeutische Arbeit, bei der ein detailliertes Kennenlernen der Patienten unabdingbar ist. Ohnedies würden kleinste Reaktionen vom Therapeuten kaum gedeutet werden können und wichtige Informationen über die Bedürfnisse der Betroffenen würden im Verborgenen bleiben.

Um den Betroffenen bestmögliche Therapien bieten zu können, ist eine Zusammenarbeit mehrerer Berufsgruppen sehr wertvoll. In einer solchen Co-Therapie arbeiten Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Logopäden zu zweit oder zu dritt zusammen. Die Behandlung beinhaltet somit Ansätze aus mehreren Professionen, die aufeinander abgestimmt werden. Dies ermöglicht eine komplexere Behandlung, die einem Therapeuten allein nicht möglich wäre.

Ein Beispiel: Das Hinsetzen des Patienten.

In Zusammenarbeit von zwei oder drei Therapeuten kann ein weitaus höheres Maß an Mobilisierung eines Betroffenen realisiert werden, als es ein einzelner Therapeut ermöglichen kann. Das Sitzen an der Bettkante ist eine Möglichkeit der Mobilisation. Der Vorteil ist hierbei, dass sich die Kompetenzen der Berufsgruppen addieren, da jeder einzelne Therapeut andere Sichtweisen auf den Betroffenen hat. Für den Patienten hat das den Nutzen, dass seine Reaktionen auf die veränderte Körperposition aus verschiedenen Perspektiven wahrgenommen werden, wodurch ein detaillierteres Kennenlernen des Betroffenen ermöglicht wird. Dies verhilft den Therapeuten zu einem umfangreicheren Bild vom Patienten, andersherum verhilft es dem Patienten zu mehr Individualität in der Therapie.

Einen Patienten mit Wachkoma aus der dauerhaften Liegeposition in den Sitz zu bringen ist nur eine der vielen Möglichkeiten, die eine Co-Therapie bietet. In vielen weiteren Therapiesituationen wird gemeinsam an der Individualität und Qualität der Behandlungen gearbeitet.

Karoline Klembt

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