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Ice-Bucket-Challenge, ALS und Ergotherapie

In den vergangenen Wochen konnten wir im Internet tausenden Menschen zusehen, wie sie sich im Rahmen der „Ice-Bucket-Challenge“ literweise Eiswasser über den Kopf schütteten. Darunter waren auch viele Prominente, z.B. Heidi Klum, Bastian Schweinsteiger oder US-Präsident Barack Obama.

„Doing the ALS Ice Bucket Challenge (14927191426)“ von slgckgc - Doing the ALS Ice Bucket Challenge. Lizenziert unter Creative Commons Attribution 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Doing_the_ALS_Ice_Bucket_Challenge_(14927191426).jpg#mediaviewer/File:Doing_the_ALS_Ice_Bucket_Challenge_(14927191426).jpg

Die sogenannte „Ice-Bucket-Challenge“ ist eine Spendenkampagne, die auf die Erkrankung amyotrophe Lateralsklerose (kurz ALS) aufmerksam machen möchte. Wer aufgefordert wird an der Herausforderung teilzunehmen, soll sich innerhalb von 24 Stunden einen Eimer Eiswasser über den Kopf gießen, 10 Euro an die ALS-Association spenden und danach weitere Personen für die „Ice-Bucket-Challenge“ nominieren. Wer hingegen auf das kalte Wasser verzichten möchte, wird angehalten stattdessen 100 Euro zu spenden. Bisher konnte durch die Aktion viel Geld eingeworben werden, welches u.a. in die Forschung investiert werden soll. Auch deutsche Projekte, wie die ALS-Ambulanz an der Charité konnten von der Spendenkampagne profitieren.

Die amyotrophe Lateralsklerose ist eine chronische Erkrankung, die die motorischen Nervenzellen in Gehirn beschädigt. Dadurch entstehen Störungen des Nervensystems und die Muskulatur kann nicht mehr adäquat aktiviert und reguliert werden. Muskelschwäche, Muskelschwund oder Steifigkeit sind die Folge. Zu Beginn zeigt sich beispielsweise eine Ungeschicklichkeit der Hände oder Gangunsicherheit; die Lähmungen der Muskulatur nehmen jedoch im Verlauf der Erkrankung zu. Bis heute ist ALS nicht heilbar. Die Behandlung zielt daher auf eine Reduzierung der Symptome und eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Neben einer medikamentösen Therapie sind auch Logopädie, Physio- und Ergotherapie unabdingbar.

Die Ergotherapie – mit ihrer Expertise für Alltag – ist dabei vor allem um den Erhalt der Selbständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens bemüht. Es finden je nach Zielsetzung Wasch- oder Anziehtrainings statt und es werden mit dem Betroffenen passende Hilfsmittel ausgesucht und deren Umgang geübt (z.B. Anziehhilfen, Greifzangen, Rollstühle). Neben diesem sehr alltagsorientierten Ansatz, kann überdies ein Funktionstraining mit Kräftigungs- und Koordinationsübungen ein wichtiger Bestandteil der Ergotherapie sein. So wird dazu beigetragen, dass die motorischen Funktionen so lange wie möglich erhalten bleiben und Fehlstellungen verhindert werden.

Um Betroffenen eine optimale Behandlung zu ermöglichen, arbeitet unsere Praxis als Kooperationspartner eng mit der ALS-Ambulanz an der Charité zusammen.

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