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Vor dem diesjährigen Ergotherapie-Kongress in Erfurt fand eine Fortbildung zu dem Thema „Evidenzbasierte Praxis: Sensorische Integration (SI) und Autismus“ statt. Geleitet wurde sie von Dr. Zoe Mailloux, die Ergotherapie an der Thomas Jefferson Universität in Philadelphia (USA) lehrt. Ihre Karriere begann Mailloux als wissenschaftliche Mitarbeiterin von A. J. Ayres, der Begründerin der sensorischen Integrationstherapie und sie ist dem Fachbereich der SI bis heute treu geblieben.

Eine unserer Mitarbeiterinnen besuchte ihren Kurs in Erfurt und berichtete von den aktuellen Forschungsergebnissen, die dort vorgestellt wurden. Im Zuge der Erforschung von autistischen Störungen hat sich auch die Klassifikation und Diagnose von Autismus in den letzten 40 Jahren vielfach verändert. Heute wird Autismus im DSM V als Störung sozialer Kommunikation mit repetitiven und restriktiven Verhaltensweisen definiert und die sog. Hyper- oder Hyporeaktivität für sensorische Reize ist eine der Diagnosekriterien. Mit 1 bis 1,5 Millionen Betroffenen in den USA (etwa 35 000 in Deutschland) beschreibt Mailloux die Autismus-Spektrum-Störungen als eine der am schnellsten wachsenden Entwicklungsstörung überhaupt.

Die Ergotherapie kann in der Behandlung von betroffenen Kindern eine wesentliche Rolle spielen. Gerade da die Mehrheit der betroffenen Kinder (~ 87%) Probleme mit der Wahrnehmungsverarbeitung hat, ist es naheliegend einen Therapieansatz zu wählen, der wie die Sensorische Integration versucht, die Sinneswahrnehmung und Sinnesverarbeitung zu verbessern. Anhand von 3 aktuellen Studien verdeutlichte Mailloux in ihrem Seminar, wie effektiv die SI bei autistischen Kindern sein kann. Die erste vorgestellte Studie kam zu dem Ergebnis, dass SI im Vergleich zu einer feinmotorischen Intervention zu besseren Effekten bei der Erreichung von therapierelevanten Zielen (Goal Attainment Scale) führte und eine wesentlichen Reduktion von typischen autistischen Verhaltensweisen erreicht werden konnte. Die zweite Studie bescheinigte der SI-Therapie Sicherheit, Akzeptanz und Praktikabilität in der Anwendung. Die dritte Studie konnte, ebenso wie die erste, Verbesserungen bei der Erreichung von therapierelevanten Zielen aufzeigen, sowie Verbesserungen in der Selbstversorgung und sozialen Aktivitäten nachweisen. Darüber hinaus wurde hier herausgefunden, dass durch die Therapie der Bedarf an Unterstützung von Dritten verringert wurde.


 Bei der SI-Behandlung wird viel wahrnehmungsbezogen gearbeitet: Die Säcke auf dem Körper des Kindes vermitteln tiefensensible Reize, das Schaukeln v.a. Gleichgewichtserfahrungen

SI-TherapieSI-Therapie


Teile des englischsprachigen Skrips haben wir nun übersetzt, damit das ganze Team auf dem neusten Stand gehalten wird und die Behandlung optimal geplant werden kann.

Weitere Informationen zum Thema SI finden Sie hier.

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