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Kurz dargestellt: Leitfaden zur häuslichen Behandlung von Menschen mit Demenz

Nachdem wir in den vergangenen Monaten viel Arbeit in die Entwicklung eines Behandlungsleitfadens für Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld investiert haben (siehe Artikel 1 und Artikel 2), konnten wir nun zum ersten Mal Mitarbeiter nach diesem Konzept schulen. Der entwickelte Leitfaden gliedert sich in die Behandlungsphasen ergothera­peutische Befundung, Zielsetzung, Intervention sowie in eine Abschlussphase und strukturiert so den Ablauf der Therapie. Zu jeder Therapiephase wurden Behandlungsschritte formuliert und wichtige Informationen und Arbeitsbögen zusammengestellt.

Anhand des folgenden Beispiels soll nun der Therapieablauf nach unserem Leitfaden verdeutlicht werden:

Frau X. ist eine 72-jährige Rentnerin, die zusammen mit ihrem Mann in Berlin lebt. Seit einiger Zeit leidet sie unter einer zunehmenden Vergesslichkeit und hat Probleme sich zeitlich und örtlich zu orientieren. Herr X. beginnt unter der hohen Arbeitsbelastung der Betreuung zu leiden. Als Frau X. die Diagnose Alzheimer gestellt bekommt, wird ihr eine Verordnung für die Ergotherapie ausgestellt. Die behandelnde Ergotherapeutin besucht daraufhin Frau und Herr X. zuhause und verschafft sich einen Überblick über die Probleme und Ressourcen der Betroffenen (Phase der Befundung). Auch Herr X. wird in diesen Prozess eingebunden und nach seinen Anliegen befragt. Mit Hilfe eines halbstrukturierten Interviews (COPM) werden schließlich von Beiden Betätigungsanliegen identifiziert, an denen innerhalb der Therapie gearbeitet werden soll. Frau X. möchte beispielsweise weiterhin im Haushalt mithelfen; Herr X. wünscht sich wieder mehr Zeit zur Erholung. Daraufhin wird eine so genannte Betätigungsanalyse durchgeführt, bei der sich die Therapeutin genau ansieht wie Frau X. ausgewählte Haushaltstätigkeiten meistert, bzw. was sie an einer erfolgreichen Ausführung behindert. So fällt z.B. auf, dass Frau X. beim Kaffee kochen der Umgang mit der neuen Maschine schwer fällt und sie häufig in den falschen Schränken nach Geschirr sucht. In der Phase der Intervention werden klare Behandlungsziele formuliert und gemeinsam mit Frau und Herr X. nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Es wird die Entscheidung getroffen, die alte Kaffeemaschine aus dem Keller zurückzuholen und zu reparieren. Dies hilft Frau X. insofern, als dass sie nicht neu umlernen muss, sondern sich wieder an die gewohnte Routine halten kann. Außerdem findet eine Beratung zu Wohnraumanpassungen statt, um die Küche übersichtlicher zu gestalten, aber auch, um die restliche Wohnung an die veränderten Bedingungen des Paares anzupassen. Herr X. wird darin unterstützt Hilfsnetzwerke (Familienangehörige, Nachbarn, Pflegepersonal, ehrenamtliche Helfer) zu aktivieren, um seine Belastungen in der Betreuung zu reduzieren. In der Abschlussphase wird auf das Therapieende vorbereitet, um Frau und Herr X. darin zu stärken, kommende Veränderungen mit den erlernten Problemlösestrategien anzugehen.

Dieses Beispiel ist zwar frei erfunden, aber wir hoffen dennoch, es hat das Vorgehen nach unseren Leitfaden verdeutlicht und freuen uns nun darauf, ihn in der Praxis umzusetzen.

Falls Sie weitere Informationen wünschen, hier ein Link zu einer Präsentation über das Behandlungskonzept. Gerne können Sie uns auch persönlich anprechen!

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