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Neuer Praxisleitfaden zur häuslichen Behandlung von Menschen mit Demenz

Um die Behandlung von Menschen mit Demenz weiter zu optimieren, haben wir auf Grundlage der niederländischen Leitlinie zur ergotherapeutischen Behandlung von geriatrischen Patienten mit kognitiven Störungen einen eigenen Praxisleitfaden entwickelt.

Die Wirksamkeit einer Behandlung nach dieser Leitlinie wurde in einer groß angelegten Studie in Holland untersucht (siehe Artikel1 und Artikel2). Die Ergebnisse zeigen, dass die Ergotherapie u.a. die Funktionsfähigkeit der Betroffenen im Alltag verbesserte und sich die Belastungen der Angehörigen reduzieren ließen. Zudem steigerte die Intervention auch die Lebensqualität von Patienten und Angehörigen. Diese Erfolge waren auch 12 Wochen nach der Intervention sichtbar. In Deutschland wurde eine ähnliche Studie (siehe Artikel3) durchgeführt, die zwar nicht alle Effekte in diesem Ausmaß nachweisen konnte, aber relevante Verbesserungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens für die Patienten bestätigte. Hier waren die Effekte sogar noch 6 Monate nach der Behandlung signifikant.

Vergangenes Jahr hatte Frau Ulrike Ott uns diese Leitlinie in einer 2-tägigen Fortbildung vorgestellt. Daraufhin haben wir eine Arbeitsgruppe gebildet, um an einer Adaption für unsere Praxis zu arbeiten. Jetzt wurde unser Behandlungsleitfaden für Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld fertig gestellt.

Die Besonderheiten einer Behandlung nach diesem Konzept sind, dass die Patienten im Hausbesuch behandelt werden und die pflegenden/betreuenden Angehörigen aktiv in die Therapie einbezogen werden. Außerdem ist die Behandlung stark klientenzentriert und betätigungsorientiert. Klientenzentriert bedeutet, dass die Ziele, als auch die einzelnen Maßnahmen gemeinsam mit Patient und Angehörigem entwickelt und umgesetzt werden. Von Betätigungsorientierung sprechen wir, weil die Handlungen des Alltags im Mittelpunkt der Therapie stehen und nicht einzelne kognitive oder motorische Funktionen. Die Vorteile einer häuslichen Behandlung mit aktivem Einbezug der betreuenden Bezugspersonen hatten wir in einem vorherigen Blogbeitrag schon einmal ausführlicher beschrieben.

Wie eine Therapie nach unserem Leitfaden konkret aussehen könnte, möchten wir Ihnen in einem folgenden Beitrag näher beschreiben.

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