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Tagung „Qualitative Gesundheitsforschung“

Tagung Qualitative Gesundheitsforschung in Magdeburg

Das Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg führte vom 19.-20.10.2012 eine NachwuchsforscherInnentagung durch. Das Thema diesmal war: Qualitative Gesundheitsforschung. Es orientiert sich dabei am Forschungsschwerpunkt Gesundheit, den das Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) fokussiert.“  (http://www.zsm.ovgu.de/)

Auf der Tagung stellten verschieden Nachwuchsforscher ihre aktuellen Projekte vor und diskutierten gemeinsam über ihre Forschungsmethoden. Einige der gewonnenen Erkenntnisse aus Videoanalysen und Interviews waren dabei auch für die Ergotherapie von Bedeutung.

So konnte zum Beispiel nachgewiesen werden, dass Blickkontakt von Heimbewohnern und deren verbales Kommunikationsverhalten im direkten Zusammenhang stehen. So steht die Position eines Bewohners im Raum (z.B. am Tisch sitzend mit dem Gesicht zur Wand) in engem Zusammenhang mit der Möglichkeit zur Kommunikation. Hier könnten große runde Tische eine Lösungsmöglichkeit darstellen.

Auf den Videosequenzen wurde ebenfalls deutlich, dass im Aufenthaltsraum nur das sprachlich thematisiert wurde, was gerade im Moment passierte. In den Zeiten in denen nichts passierte, wurde auch kaum gesprochen.

Außerdem wurde deutlich, das die Heimbewohner, die sich nicht allein bewegten, auch deutlich weniger in Kommunikation gingen. Auch hier besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Bewegung und Kommunikation. Biographiegespräche, fanden in den gemachten Aufzeichnungen quasi nie unter den Bewohnern im öffentlichen Raum (Gemeinschaftsraum) statt. Das ist besonders schade, wenn man sich den nächsten Fakt vor Augen führt, nämlich dass Freundschaften unter den Bewohnern im Altersheim fast immer vor der Zimmertür enden.

So wurde mal wieder deutlich, wie wichtig Ergotherapie besonders auch in Altersheimen ist. Ergotherapeuten können die Kommunikation unterstützen und anregen und können Biografiearbeit ermöglichen, die dann auch ohne Therapeuten weitergeführt werden kann. Und wir können die Selbständigkeit in der Bewegung unterstützen die dann auch zu verbessertem Kontakt unter den Heimbewohner beiträgt.

 

Stefan Hilliger

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