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Oftmals kommen werden in der Ergotherapie verhaltensauffällige Kinder mit Lernschwierigkeiten behandelt. Hierfür hat sich der verhaltenstherapeutische Ansatz nach Jansen und Streit als besonders hilfreich erwiesen.

Unbewusste Verhaltensanteile von Bezugspersonen wie Eltern, Lehrer oder Therapeuten sind für die Steuerung des Verhaltens des Kindes sehr wichtig. Diese unbewussten Reaktionen erfolgen sehr schnell und werden damit vom Kind sehr unmittelbar – wiederum unbewusst -verarbeitet. Dabei gilt: Je jünger ein Kind ist, desto größer ist der Anteil der unbewussten Informationsverarbeitung. Im Gegensatz zu Erwachsenen orientieren sich Kinder bei Widersprüchen in der Rückmeldung ihrer Bezugspersonen in aller Regel an den nichtsprachlichen Signalen. Erwachsene verhalten sich häufig genau umgekehrt: Sie achten mehr auf den sprachlichen Inhalt und übersehen die nichtsprachlichen Signale. Oft sind die nichtsprachlichen Signale der Eltern entgegengesetzt den verbalen Signalen.

Wenn wir also etwas am Verhalten des Kindes ändern möchten, so setzt dies voraus, dass sich seine Bezugspersonen zunächst ihr eigenes unbewusstes Verhalten bewusst machen. Gleichzeitig ist es auch wichtig das Verhalten des Kindes genauer zu beobachten als es in Alltagssituationen möglich ist, um dessen unbewusste Signale besser wahrzunehmen. Dies geschieht in der Ergotherapie mit Hilfe einer Videoanalyse. Verschiedene Situationen (Spiel-, Lern-, Konflikt-, Planungs- und Kuschelsituation) werden zusammen mit Eltern und Geschwistern aufgenommen. Bei den anschließenden Auswertungsgesprächen mit dem Therapeuten werden Videosequenzen wiederholt angeschaut und besprochen. Dadurch werden den Eltern die eigenen nichtsprachlichen Signale bewusst gemacht und sie nehmen das kindliche Verhalten genauer wahr. Zusammen mit dem Therapeuten erarbeiten die Eltern alternative Reaktionen, die bestimmte Verhaltensmuster beim Kind durchbrechen und so eine Verhaltensänderung bewirken.

Bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten werden nach dem verhaltenstherapeutischen Konzept die Eltern aktiv in die Therapie mit eingebunden und lernen eindeutiger steuernd auf das Verhalten des Kindes einzuwirken. So werden im Fall von Kindern mit Lernschwierigkeiten bestimmte Muster durchbrochen, die das gemeinsame Hausaufgabenmachen erschweren. So kann sich die Situation entspannen. Durch eintretende Erfolgserlebnisse entwickelt das Kind Spaß beim Lernen und wird in seinem neuen Verhaltensmuster bestärkt.

Anja Herrmann

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