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Komaarbeit nach Peter Ammann

Vortrag und Fortbildung in prozessorientierter Komaarbeit mit Peter Ammann

Wie erreiche ich Dich?

Nach einem sehr gut besuchten Vortrag über Prozessorientierte Komaarbeit mit Peter Ammann  (siehe unsere Facebook- Seite) hatten 20 Therapeutinnen und Therapeuten unserer Praxis die Gelegenheit die Arbeit von Peter Ammann näher kennenzulernen sowie unter seiner Anleitung Übungen praktisch durchzuführen und diese Arbeit an uns selbst zu erfahren.

Ein wesentliches Element dieser Arbeit besteht darin, den „Raum“ zu geben, den Menschen im veränderten Bewusstseinszustand die Möglichkeit zu geben, sich selbst in ihrem eigenen Tempo ein Stück weit wahrnehmen zu können.

Wie kann das gehen?

Zunächst geht es am wenigsten darum, etwas zu tun. Und das ist vielleicht die schwierigste Übung. Aber dazu später noch einmal. Eher geht es darum, etwas entstehen zu lassen und dem Aufmerksamkeit zu schenken.

Wichtige Elemente der Arbeit sind: Ankommen, bei sich selbst und dann bei unserem Gegenüber. Wie ist die Stimmung im Raum, von wo geht sie aus (auch z.B. von Mitanwesenden). Ansprache, später Berührung, z.B. am Arm oder Schulter, in vertrauteren Beziehungen vielleicht über dem Brustbein oder Bauch. Wir schwingen uns, vielleicht nur zeitweise in den Atem unseres Gegenübers ein. Allein hierdurch entsteht eine Verbindung, die Vertrauen und Nähe entstehen lässt. Und nun laden wir ein, ermuntern oder ermutigen, wahrzunehmen, was vielleicht an Bildern, Geräuschen, Empfindungen da ist oder auftaucht. Und vielleicht gibt es dann eine Reaktion.

Eine Reaktion könnte sein: ein Zucken, veränderte Hautfarbe, Schweiß, Augenbewegungen (auch bei geschlossenen Augen), Darmgeräusche, Laute u.a.. Vielleicht nicht sofort, vielleicht etwas später oder auch überhaupt nicht. Denken wir daran, was in uns alles vorgehen kann, auch wenn man es von außen nicht bemerkt.

Gibt es Reaktionen, können wir diese aufnehmen und benennen oder aber auch spiegeln, z.B. wenn die Reaktion ein Laut ist.

So kann ein Dialog entstehen. Auch das gemeinsame Atmen kann ein Dialog sein, wenn sich beide aufeinander einlassen.

Peter Ammann vermittelte uns diese Arbeit sehr anschaulich, begleitet von vielen Fallbeispielen und lud uns zur Selbsterfahrung in praktischen Übungen ein. Alle nehmen wir neue Anregungen mit in unsere Arbeit, manche von uns fühlen sich in ihrer Arbeit mit Menschen in veränderten Bewusstseinszuständen bestätigt, für andere öffnete diese Arbeitsweise neue Sichtweisen.

Am Ende noch mal zum Thema „handeln, therapieren“:

Manchmal ist es für unsere Patienten wirksamer, weniger und auch langsamer zu tun, als in Aktionismus zu verfallen, um vielleicht anderen (oder auch uns selbst?) zu demonstrieren was und wie wir therapieren.

Es kam dazu eine grundsätzliche Diskussion bezüglich unseres therapeutischen Verständnisses auf. Fragen wie „wie erkläre anderen, dass ich „nur“ dasitze und mit einem Patienten atme?“ „Ist das mit dem Therapieauftrag wie z.B. Kontrakturprophylaxe vereinbar?“

Schauen wir darauf, wie es wirkt: Tonusregulierend und dadurch kontrakturprophylaktisch! Wir geben Angebote zur Selbstwahrnehmung  und bauen Kommunikation auf. –  Nur kann man dies vielleicht nicht auf Anhieb sehen.

Vielen Dank an Peter Ammann, für diese spannende Fortbildung!

Inga Schewe

Die Fotos gegen einen Einblick in die Fortbildung.

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