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Respectare – ein Beispiel aus der Praxis

Meine Patientin, eine ältere Dame, ca. 80 Jahre alt, mit der Diagnose Morbus Parkinson mit unklarer Schmerzsymptomatik, lebt in einer Senioreneinrichtung. Mein Auftrag lautet motorisch-funktionelle Behandlung, einmal wöchentlich.

Im Pflegekontext gilt sie als schwierige Patientin, da sie sich häufig beklagt und oft unzufrieden wirkt. In der Therapie zeigt sie sich kooperativ und zugewandt. Ein starkes Bedürfnis nach Nähe wird deutlich und drückt sich u.a. in einem hohen Gesprächsbedarf aus. Sie scheint sich Verständnis und Bestätigung zu wünschen.

Nach einem Sturz, der zum Glück ohne diagnostizierbare medizinische Folgen bleibt, leidet sie unter starken Schmerzen im Hüftbereich. Ich treffe sie im Bett liegend an. Sie gibt mir zu verstehen, dass sie heute keine „Gymnastik“ mit mir machen kann. Sie wirkt sehr unruhig und verärgert. Es gehe ihr schlecht und keiner nähme sie ernst. Sie habe die ganze Nacht vor Schmerzen nicht schlafen können.

Ich biete ihr eine „entspannende Handmassage“ an. Während der Durchführung von Respectare wird sie immer ruhiger und kann sich außerdem darauf einlassen, die Augen zu schließen.  Ihr Gesichtsausdruck entspannt sich, die Atmung wird tiefer. Sie seufzt einige Male. Schließlich schläft sie sogar ein.

Ich habe in der Praxis immer wieder gute Erfahrungen mit dieser Technik gesammelt. Sie ist einfach und nahezu überall durchzuführen. Wie das Beispiel zeigt, vermittelt Respectare dem Menschen ein Gefühl von Nähe und Führsorge, aber auch Schmerzlinderung und Entspannung.

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