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Häusliche Ergotherapie bei Demenz

Die meisten Menschen mit Demenz werden zuhause von ihren Angehörigen ohne professionelle Hilfe betreut. Dies entspricht zwar einerseits dem Wunsch der Betroffenen solange wie möglich in den eigenen 4 Wänden bleiben zu können, andererseits stellt es für die Angehörigen eine außerordentliche Belastung dar. Nicht nur die Pflege und Betreuung an sich, sondern auch die Symptome und der fortschreitende Verlauf der Erkrankung beanspruchen die Kräfte der Angehörigen. Hinzu kommt, dass ein Großteil dieser pflegenden Angehörigen über 50 Jahre alt ist.

Um Menschen mit Demenz auch schon unmittelbar nach der Diagnosestellung zu unterstützen und gleichzeitig die pflegenden Angehörigen zu entlasten, bietet die Ergotherapie einen vielversprechenden Ansatz:

Häusliche Behandlung mit aktivem Einbezug der betreuenden Bezugspersonen

Bei dieser Behandlungsform werden die Erkrankten dabei unterstützt ihre Alltagskompetenzen zu erhalten und ihren Alltag mit der größtmöglichen Selbständigkeit weiterzuführen. Überdies werden die pflegenden Angehörigen mit in die Therapie einbezogen, um ihre Betreuungsfertigkeiten zu verbessern. Sie werden beraten, über Betreuungs- und Hilfsangebote informiert und so dazu befähigt die Belastungen und ständigen Veränderungen im Alltag besser zu meistern. Die Behandlung im Umfeld der Betroffenen ist dabei ein wichtiger Bestandteil, da Demenzkranke in einem anderen Umfeld erlernte Strategien oft nicht oder nur unzureichend in ihren Alltag übertragen können. Außerdem können in einer häuslichen Therapie Wohnraumanpassungen und Hilfsmittel gezielter ausgewählt werden und der Umgang mit ihnen vor Ort erprobt werden.

In den Niederlanden ist dieser Ansatz ausführlich in einer Behandlungsleitlinie beschrieben und wird bereits erfolgreich angewendet. Inzwischen fasst diese Behandungsform aber auch in Deutschland Fuß.

Im Januar vorigen Jahres hatte Frau Ulrike Ott uns diese holländische Leitlinie in einer 2-tägigen Fortbildung vorgestellt. Derzeit beschäftigen wir uns mit der Entwicklung eines darauf aufbauenden Behandlungsleitfadens für Menschen mit beginnender Demenz, der alle oben genannten Aspekte berücksichtigt. Dieser Leitfaden soll spätestens in den kommenden Monaten eingeführt werden und die Behandlung unserer Patienten weiter optimieren.

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